Der Översetter zeigt, wie Künstliche Intelligenz hochspezifizierte Anwendungsgebiete bedient


Die Alterstruktur des Niederdeutschen spricht eine klare Sprache: Knapp die Hälfte der über 80-Jährigen in Norddeutschland „schnackt platt“, wohingegen 99,2 Prozent der unter 20-Jährigen die einst vorherrschende Sprache in Norddeutschland nicht mehr beherrschen. Der Untergang des Plattdeutschen im Alltag scheint also ausgemachte Sache zu sein.

Sätze können bis heute nicht automatisiert in die plattdeutsche Sprache übersetzt werden, obwohl AI-Übersetzer wie DeepL oder Google Übersetzer den Umgang mit Fremdsprachen längst vereinfachen und nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sind. Der Översetter will als erster Hochdeutsch-Plattdeutsch Übersetzer diese Lücke nun ein Stück weit schließen. Entwickelt wird das Projekt von Marcel Meyer, Absolvent des Bootcamp Data Science von neue fische – School and Pool for Digital Talent. Hier programmierte er die Grundlagen des KI-basierten Übersetzungstools während der vierwöchigen Abschlussphase.

Der Übersetzer basiert auf künstlichen neuronalen Netzen und bietet nun erstmals die Möglichkeit Sätze zu übersetzen. Auch wenn der Übersetzer nach Aussage des Entwicklers aufgrund der kleinen Datenbasis nie die Qualität der großen Sprachen erreichen wird, bildet er doch ein kleines und nützliches Tool, um schnell etwas „op platt“ zu sagen. Eine Testversion kann unter www.översetter.de ausprobiert werden. Auf der Website können User falsche Übersetzungen korrigieren und so in der nächsten Trainingsrunde den Översetter verbessern.

Ein moderner Übersetzer für die plattdeutsche Sprache kann dabei helfen, die Sprache am Leben zu halten. Es zeigt einmal mehr, dass die Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz noch lange nicht ausgereizt sind und mit ihr vorher unlösbare Probleme angegangen werden können.