Erfolgreiches Mentorship heißt aneinander zu wachsen!

Ein Interview mit Alexa Desch und Elisa Hornacek von der ZEIT Verlagsgruppe
 

Alexa Desch und Elisa Hornacek haben bei unserer Women‘s Club Veranstaltung am 6. Mai über das Thema Mentorship refereriert und konnten dabei auf allerlei persönliche Erkenntnisse aus ihrem gemeinsamen Werdegang zurückgreifen. Denn sie wurden bei der ZEIT Verlagsgruppe, für die sie beide arbeiten, im Rahmen eines Mentoren-Programmes gematcht und haben einen spannenden und sehr lehrreichen Erfahrungsaustausch begonnen. Im Interview mit Katrin Engelbrecht vom Hamburg@work Women’s Club geben sie nochmals Einblicke in ihre Erfolgsstory teilen ihre Tipps zum Thema Mentoring mit dem Netzwerk von Hamburg@work.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Alex und Elisa, ihr arbeitet beide beim Zeitverlag. Erzählt uns doch kurz wie eure jeweiligen Tätigkeitsbereiche dort aussehen.

Elisa: Seit 2018 bin ich Teil des Marketing-Teams der ZEIT-Magazine. Zu unserem Portfolio zählen Titel wie ZEIT Wissen, ZEIT Leo, ZEIT Geschichte, der Studienführer und ZEIT Campus, WELTKUNST und unser neustes Magazin ZEIT Verbrechen. In unserem Team verantworte ich den Bereich der Kunstmagazine. Ich bin dafür zuständig neue Abonnent:innen zu gewinnen und arbeite an der Entwicklung neuer digitaler Formate von Newsletter bis Social Media.

Alexa: Hallo Zusammen, mein Name ist Alexa Desch und ich verantworte die HR Plattform Z/Talent und kann dort perfekt einige langjährige Herzensthemen wie Employer Branding, Vertriebsstrategie und innovative Kommunikationslösungen vereinen, denn mit Z/Talent verfolgen wir einen ganzheitlichen Beratungsansatz, der Arbeitgebermarkenführung, Recruiting-Lösungen sowie spannende Events und ein crossmediales, innovatives Mediaportfolio umfasst. Verschiedene Angebote zur Vernetzung und Austausch der HRler:innen untereinander in der Z/TALENT Community gehören auch dazu.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Alexa, warum hast du dich entschieden, an dem Mentoring-Programm teilzunehmen. Ist das nicht sehr zeitaufwändig und wie passt es in den beruflichen Alltag?

Alexa: Seit Jahren beschäftige ich mich unter anderem mit den Themen New Work, Gestaltung der Arbeitswelt und Arbeitgeberattraktivität. Das Wesentliche hinter New Work ist es, den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Das Miteinander ist aus meiner Sicht wichtig, um erfolgreich zusammenzuarbeiten. Getreu dem Motto „Kollaboration schlägt Konkurrenz!“ Für mich passt das sehr gut mit den Prinzipien des Mentorings zusammen. Wo Silos aufbrechen, entstehen neue Räume, um unabhängig von Position und Abteilungen voneinander zu lernen. Das birgt viel Potenzial, Impulse, Funken und frischen Wind sowohl für den Mentor als auch den Mentee – und es macht vor allem großen Spaß! Darüber hinaus liegt es mir besonders am Herzen, dass Frauen sich gegenseitig mehr Hilfestellungen und Unterstützungen schenken, um ein besseres und kooperativeres Miteinander zu schaffen. Natürlich ist das Mentoring auch wieder eine Extrabelastung neben Job und Familie. Aber mir war es wichtig, diesem Thema Raum zu geben und Zeit zu blocken, um dann auch Elisa mit Herzblut begleiten zu können.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Elisa, wie verlief das Matching für dich?

Elisa: Bei der Anmeldung zum Mentoring hatte ich die Möglichkeit ein Thema anzugeben, mit dem ich mich näher beschäftigen wollte. Mein Wunsch war es, mich im Rahmen des Mentoring-Programms mit meinen privaten wie persönlichen Zielen zu beschäftigen. Mit dieser Info hat der Mentoring-Ausschuss eine passende Mentorin für mich gesucht und Alexa ausgewählt.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Alexa, welche Vorbereitung hast du betrieben, um Elisa eine gute Mentorin zu sein?

Alexa: Nach dem ersten Kennenlernen und dem Abstecken der Ziele, Erwartungen und Wünsche auf beiden Seiten, habe ich mir ein Konzept überlegt, wie wir zusammenarbeiten können und was wichtig ist, um eine gute Grundlage für smarte Ziele zu erstellen. Für mich ist die individuelle Vorbereitung pro Mentee sehr wichtig und das Fundament für ein erfolgreiches Mentoring. Das abgestimmt Vorgehen haben wir dann mit einem kleinen Vertrag besiegelt und gemeinsam den Pfad beziehungsweise das Konzept mit Leben gefüllt.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Elisa, was ist dein größtes Learning aus dem Mentoring Programm und würdest du dich ebenfalls als Mentorin bezeichnen? 
Elisa: Mit der Bereitschaft zum offenen und ehrlichen Austausch, kann sehr viel mehr entstehen, als nur die Weichen für eine berufliche Weiterentwicklung zu stellen. Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis, die ich aus der gemeinsamen Zeit mitnehme. Für mich persönlich war es hilfreich, dass unsere Rollen klar definiert waren und ich so als Mentee meinen Fragestellungen und Herausforderungen Raum geben durfte. Alexa und ich haben für uns aber entschieden, weiterhin im Austausch zu bleiben und können uns in den nächsten Monaten ein Reverse Mentoring gut vorstellen.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: In welchen Abständen trefft ihr euch und habt ihr eure Treffen zeitlich begrenzt wie bereitet ihr eure Treffen vor?

Elisa: Wir haben uns alle drei Wochen für 1 - 2 Stunden getroffen. So hat man die Möglichkeit Besprochenes Revue passieren zu lassen und der Selbstreflexion genügend Zeit und Raum zu geben. Aus jedem unserer Treffen sind wir mit konkreten Fragestellungen rausgegangen, die wir beim nächsten Mal wieder aufgegriffen haben.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Alexa und Elisa, was zeichnet eine gute Beziehung zwischen Mentorin und Mentee eurer Meinung nach aus?

Elisa: Die Bereitschaft zu Offenheit, Ehrlichkeit und Vertrauen. Wenn es gelingt einen geschützten Raum zu schaffen, der frei von Ver- oder Beurteilung ist.

Alexa: Mentoring zeichnet sich besonders, wie ich finde, durch zwei Aspekte aus: Erstens durch das Vertrauen des Mentors in seinen Mentee – „Ich traue dir das zu und helfe dir bestimmte Wege zu erkennen und einzuschlagen“. Zweitens ist auch die Bereitschaft des Mentees auf der anderen Seite ganz wichtig. Es geht darum, das Besagte dann zu tun und die sich eröffnenden Chancen zu ergreifen und selber umzusetzen. Dazu braucht es Mut und Selbstvertrauen. Diese Chance hat Elisa direkt erkannt, ergriffen und wirklich wahnsinnig schön umgesetzt.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Braucht man eine klare Struktur für jedes Treffen? Wie gestaltet ihr eure Termine? 

Elisa: Das ist individuell und hängt, denke ich, auch von der Zielsetzung und den Rahmenbedingungen ab. Da ich den Wunsch hatte, mit dem Mentoring ein konkretes Ziel zu erreichen, hat mir eine klare Struktur sehr geholfen. Alexa hat zu Beginn einen groben Fahrplan für die nächsten Wochen skizziert. So war stets klar, an welchem Punkt wir gerade stehen und wo es hingehen soll.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Gibt es Do's and Don'ts bei einem Mentorship? Was sind für euch die wichtigsten Faktoren für ein erfolgreiches Mentorship? 

Elisa: Einen geschützten Raum zu kreieren ist das Fundament für jedes Mentoring.

Für mich war es wichtig, anfänglich ein Commitment zu treffen, um gemeinsame Werte zu definieren und offen über die Erwartungshaltung zu sprechen. Ein wertschätzender, konstruktiver Umgang ist ebenso wichtig, wie das Selbstverständnis der Verschwiegenheit über das, was sich gegenseitig anvertraut wird.

Alexa: Das sehe ich wie Elisa. Darüber hinaus sind mir noch zwei Qualitätskriterien sehr wichtig: Zum einen sollten alle Teilnehmer das Programm freiwillig absolvieren und der Mentee darf nicht beruflich abhängig vom Mentor sein.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Könnt ihr kurz erzählen, welche Themen ihr zusammen bearbeitet?

Elisa: Mein Wunsch war es, mich mit meinen beruflichen und privaten Zielen zu beschäftigen. Herauszufinden, wo ich hinwill und welche kurz-, mittel- und langfristigen Weichen ich dafür stellen sollte.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Elisa und Alexa, hattet ihr ein besonderes gemeinsames Erlebnis während eures Mentorships?

Elisa: Da wir uns während der Corona-Pandemie kennengelernt haben, haben viele unserer Treffen virtuell stattgefunden. Das schönste Erlebnis war für mich zu merken, dass es uns auch im virtuellen Raum gelungen ist, ein starkes emotionales Band entstehen zu lassen.

Alexa: Dem kann ich mich nur anschließen. Wir beide haben es sehr gut geschafft, dass es digital „gemenschelt“ hat!

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Ist eurer Mentoring Programm zeitlich begrenzt? Werdet ihr euch danach weiter treffen?

Elisa: Zunächst war das offizielle Mentoring-Programm zeitlich auf sechs Monate begrenzt. Für uns ist aber klar, dass wir im engen Austausch bleiben und uns auch zukünftig mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Alexa und Elisa, mögt ihr uns zum Schluss noch ein kurzes Fazit geben.

Elisa: Das Mentoring-Programm war für mich eine echte Bereicherung. Dabei ist Mentoring für mich sehr viel mehr als nur ein zeitlich begrenztes Programm. Es ist für mich ein sicherer Ort von Vertrauen und Offenheit – frei von Beurteilung und Konkurrenz. Ein Raum, wo Stärken wie auch Schwächen, Erfolge und Misserfolge geteilt werden dürfen. Ein Raum, in dem im besten Fall sowohl Mentee als auch Mentorin gleichermaßen wachsen. Alexa kennengelernt zu haben und auch zukünftig als enge Vertraute in meinem Leben zu wissen, betrachte ich als großes Geschenk.

Alexa: Ich bin sehr dankbar, dass ich Elisa im letzten Jahr begleiten durfte. Für mich war es wirklich spannend zu sehen, wie klar sich Elisa durch den Prozess hinsichtlich ihrer Ziele und Wünsche wurde. Es hat mich fasziniert zu sehen, wie sie meine Impulse und Gedanken aufgenommen hat, für sich interpretiert und implementiert hat – das waren tolle Wechseldynamiken. Es freut mich sehr, was für eine schöne Reise wir zusammen gemacht haben. Mentoring ist eine tolle Möglichkeit, in kurzer Zeit viel zu bewegen – ein schöner Kontrast manchmal zum Unternehmensalltag. Als Mentor bekommt man für sein Engagement sehr viel zurück: vor allen menschlich und persönlich. Die positive Entwicklung gibt einem selbst ein gutes Gefühl und hat mich gleichzeitig mit großer Dankbarkeit und Freude erfüllt. Auf der anderen Seite war es für mich auch gleichzeitig ein schöner Selbstreflexionsprozess und unser Austausch hat auch bei mir viel in Gang gesetzt und extrem bereichert. Vielen Dank an dieser Stelle, liebe Elisa, für dein Vertrauen!

Katrin Engelbrecht/Hamburg@work Women's Club: Vielen Dank an euch beide für die tollen Einblicke. Wir wünschen euch weiterhin eine inspirierende Zusammenarbeit und viel Erfolg für eure berufliche sowie ganz persönliche Entwicklung.


Alexa Desch | ZEIT Talent  
Alexa Desch verantwortet als Director Sales die HR Plattform Z/Talent bei der Zeitverlagsgruppe und kann dort perfekt einige langjährige Herzensthemen vereinigen: Employer Branding, Vertriebsstrategie & innovative Kommunikationslösungen. Seit ihrer Zeit bei einem Maschinenbau Unternehmen beschäftigt sie sich in diversen Netzwerken u.a. mit dem Thema „Frauenförderung“. Alexa studierte internationale BWL in England und USA und lebt heute mit ihrer Familie und 2 Hunden in Hamburg.

 

Elisa Hornacek | Zeitverlag
Elisa Hornacek ist Marketing Managerin bei der Zeitverlagsgruppe. Nach ihren Stationen als Praktikantin und Werkstudentin ist sie seit 2018 im Marketing-Team der ZEIT Magazine tätig. Hier verantwortet sie die Kunstmagazine der ZEIT und kann so ihre Leidenschaft für Kunst, journalistische Produkte und die Affinität für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verbinden. Elisa studierte Kunstgeschichte, Filmwissenschaft und Interkulturelle Wirtschaftskommunikation in Jena und Hamburg – ihrer Wahlheimat.