Die Theaterkunst GmbH digitalisiert einen 114-jährigen Kostümfundus

Wie das Unternehmen die Mammutaufgabe der Digitalisierung der über 10 Millionen Kostümteile bewältigt
 

Die Theaterkunst GmbH ist Deutschlands größter Kostümfundus für Film, TV, Werbung und Theater. Das traditionsreiche Unternehmen wurde 1907 in Berlin gegründet, wo immer noch der Stammsitz ansässig ist. Weitere Filialen und Tochtergesellschaften gibt es in Köln, Budapest und Warschau.

Seit 1. Januar 2021 verantwortet Andrea Peters die Geschäftsführung des Fundus. Mit über 10 Millionen Kostümen, Uniformen und Accessoires haben Kostümbildner:innen eine unendliche Auswahl. Jährlich kommen Kostüme der Theaterkunst in über 1.000 Film- und Serienproduktionen zum Einsatz. Das Unternehmen ist in Filmen und Serien wie zum Beispiel FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE,  SCHACHNOVELLE, NAHSCHUSS, DARK, ELDORADO KADEWE, DARK, DAS DAMENGAMBIT oder auch BERLIN ALEXANDERPLATZ erfolgreich involviert.


 

Da fragt man sich schnell, wie diese Mengen zu bewältigen sind. Wie das richtige Kostüm gefunden und anschließend als verliehen vermerkt wird. Im vergangenen Jahr hat sich das Unternehmen entschieden, die Mammutaufgabe der Digitalisierung aller Kostümteile anzunehmen. „Ich kann sagen, dass wir mit dem Projekt gut vorankommen. Die Theaterkunst ist 114 Jahre alt. Die umfangreichen und organisch gewachsenen Prozesse lassen sich natürlich nicht von heute auf morgen verändern. Es ist ein Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt und den wir in aller Detailgenauigkeit für die Zukunft umsetzen möchten“, sagt Andrea Peters.
 

Die große Nachfrage nationaler und internationaler Produktionen führt dazu, dass Lieferprozesse sehr viel schneller werden müssen: weg vom analogen System hin zur digitalen Inventarisierung. Jedes Kostüm durchläuft den gleichen Kreislauf von Auswahl, Ausleihe, Rückgabe, Reinigung und Rücksortierung. Die Stationen „Ausleihe“ und „Rückgabe“ sind die zeitintensivsten, weil bisher jedes Teil analog erfasst wurde.  

Dort setzt die Theaterkunst mit ihrem Digitalisierungsvorhaben an! Ein Großteil der Kostümteile im Fundus wird mit RFID-Tags gekennzeichnet. Dabei werden kleine Antennen in Kleidungsstücken angebracht, die beim Ausleihen und Rückgeben unkompliziert eingescannt werden können. Somit entfällt die händische Datenerfassung. Durch diese Transponder-Technologie entwickeln sich deutlich effizientere Arbeitsabläufe für das Unternehmen und damit auch für Kundinnen und Kunden.
 

„Man kann sich vorstellen, dass ein:e Fundusmitarbeiter:in für eine handgeschriebene Erfassung von 150 Kostümen mehr als einen Tag benötigt. Wenn die Ware mit RFID-Tags versehen ist, schiebt man die Stangen in eine Scannerbox und hat innerhalb von wenigen Sekunden einen kompletten Lieferschein.“, sagt Andrea Peters.

Ziel soll es sein, alle Kostümteile in den nächsten Jahren digital zu inventarisieren. Dadurch ergeben sich noch viele weitere Möglichkeiten, wie zum Beispiel einen Online-Shop, der vor allem von internationalen Kostümbildner:innen immer wieder gewünscht wird. Aktuell kann eine Vorauswahl oder Kostümanmutung über den seit zwei Jahren bestehenden digitalen Showroom getroffen werden.
 


Digitalisierung des Kostümfundus

Die Theaterkunst GmbH zeigt, wie sie ihren 114-jährigen und über 10 Millionen Teile großen Kostümfundus digitalisiert.



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