Regulierung 4.0: Die Digitalisierung darf nicht vor dem Bildungssystem Halt machen

Die Digitalisierung macht vor keiner Branche halt: Sie verändert unser aller Leben im Privaten, hat Auswirkungen auf die Gesellschaft im Allgemeinen und die Wirtschaft im großen Ganzen. Dass aber auch der Bildungssektor von der digitalen Transformation betroffen ist – ja, betroffen sein sollte – bleibt oftmals außen vor. Dabei muss ein solch tiefgreifender, allumfassender Wandel wie ihn die Digitalisierung mit sich bringt, insbesondere durch grundlegende Veränderungen in unserem Bildungssystem begleitet werden. Von digitaler Früherziehung im Kleinkindalter bis zur Transformation von Lehre und Forschung durch digitale Methoden: Die Schnelllebigkeit der technologischen Innovationen erfordert eine permanente Auseinandersetzung mit immer neuen Tools, Methoden und Möglichkeiten, die unseren Alltag sowie unsere Arbeitswelt bestimmen. Digital natives müssen heutzutage anderes, aber auch anders lernen.

Nachhilfe per YouTube, Vokabel-App und Lerngruppen in WhatsApp: Jugendliche müssen lernen, das Internet und seine Möglichkeiten gewinnbringend und zur Lernunterstützung zu nutzen. Und Lehrkräfte müssen akzeptieren, dass Lernprozesse und -mittel sich ändern und statt sich auf traditionelle Methoden zu berufen, den souveränen Umgang ihrer Schüler mit den digitalen Medien fördern. Unser Schulsystem braucht Lehrerinnen und Lehrer, die die Professionalisierung in der Mediennutzung lenken können, weil sie verstehen und weil sie gewillt sich von ihren Schülern zu lernen. Generationsübergreifende Wissensvermittlung ist eine zielführende Herangehensweise an Herausforderungen unserer Zeit.

Gleichwohl hat die digitale Transformation erheblichen Einfluss auf die Hochschul- und Forschungslandschaft. Davon sind auch die Verwaltungen in ihrer Kernaufgabe, Lehre und Forschung bei dieser Transformation bestmöglich zu unterstützen, betroffen. Lehrkräfte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mitarbeiter müssen zunehmend mit digitalen Verwaltungsprozessen und deren IT-Lösungen umgehen. Vor diesem Hintergrund hat beispielsweise die Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck ein neues Forschungszentrum errichtet, das Digital Science Center (DiSC). Das Ziel des DiSC ist es, die Digitalisierung in die wissenschaftliche Forschung zu integrieren und zu fördern; neue Forschungsgebiete zu erschließen und eine Vorreiterrolle hinsichtlich hochwertiger und gleichzeitig innovativer Wissenschaft zu übernehmen. Dazu werden Mitarbeiter aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen mit hoher Kompetenz in der digitalen Wissenschaft beschäftigt, die neue interdisziplinäre Forschungssynergien erzeugen. Zudem bietet das Forschungszentrum Kurse zur Förderung der Kompetenz in der digitalen Wissenschaft in allen wissenschaftlichen Disziplinen an. „Es geht um die Transformation der Wissenschaften durch digitale Methoden. Und das zieht sich durch sämtliche Fachbereiche, besonders aber durch solche, die traditionell nicht mit Computern oder datengetriebenen mathematischen Methoden und Modellen gearbeitet haben. Das verändert komplett die Art, wie Wissenschaft überhaupt betrieben wird“, sagt der Leiter des DiSC Prof. Justus Piater.

 

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