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„Locker bleiben“: Neue Perspektiven für Remote-Arbeit mit Liberating Structures bei Hamburg@work

Ein Event Follow-up von Wiebke Dahl & Maret Karaca

 

Homeoffice und kein Ende in Sicht: Noch immer ist die Arbeit am heimischen Schreibtisch für die meisten WissensarbeiterInnen und Büromenschen aktuell.  So auch für diejenigen, die in der IT arbeiten. Deshalb haben wir am 09.02.2021 in Zusammenarbeit mit dem DigitalCluster.Hamburg von Hamburg@work einen Workshop zum Thema „Auf den Kopf gestellt: Neue Perspektiven für Remote-Arbeit“ veranstaltet. Hier durften meine Kollegin Wiebke Dahl und ich gemeinsam mit den TeilnehmerInnen ihre eigene Remote-Arbeit erkunden. Dies ermöglichte einen Blick auf unsere aktuelle virtuelle Zusammenarbeit und darauf, was wir beitragen können, um das Ganze für uns angenehmer zu gestalten. Mit Liberating Structures haben wir das Thema aus mehreren Perspektiven beleuchtet und die Teilnehmenden miteinander in Austausch und Reflexion gebracht.

Aber was ist das eigentlich, Liberating Structures? Und wofür sind sie gut? Liberating Structures sind eine kuratierte Sammlung von etwas mehr als 33 Mikrostrukturen, die wir für Interaktionen aller Art nutzen können. Dabei werden alle Teilnehmenden einbezogen und formen gemeinsam jeweils die nächsten Schritte. Mehr Infos dazu, was Liberating Structures sind, findet ihr auf der deutschsprachigen und der englischsprachigen Webseite.

In diesem Artikel wollen wir vor Allem mit euch teilen, welche Erkenntnisse wir im Workshop gewonnen haben und was wir für uns und unsere Remote-Arbeit mitnehmen konnten.


Perspektive 1: Ressourcen & Positives

Für die erste Perspektive haben wir die Teilnehmenden mit der Liberating Structure "Impromptu Networking" in wechselnden Pärchen miteinander über ihre positiven Remote-Erfahrungen ins Gespräch gebracht. Die Structure fand rein auf der Tonspur statt und wurde nicht dokumentiert, weshalb wir hier auch keine Ergebnisse teilen können. Was uns brennend interessiert, sind eure positiven Erfahrungen in der Remote-Arbeit: Gibt es etwas, an das ihr euch gern zurückerinnert und ihr gern teilen möchtet? Was hat dazu beigetragen? Schreibt uns gern!

 

Perspektive 2: Der Kopfstand

Mit der Structure "TRIZ" und der Frage „Was können wir tun, um Remote-Arbeit zu einem Desaster werden zu lassen?“ gingen wir nun die negative Seite an. Die Teilnehmenden sammelten in Gruppen jede Menge Dinge, die dazu beitragen, dass Remote-Arbeit überhaupt nicht mehr angenehm ist. Darunter fanden sich die Klassiker wie Kamera und Mikro aus, oder auch andersherum ständige Hintergrundgeräusche und andere Menschen im Bild, oder aber strukturelle Dinge wie eine fehlende Agenda und kein konkretes Ziel. Zeit spielt auch eine große Rolle, sei es in punkto (Un-)Pünktlichkeit oder dass die Meetings zu lang oder zu kurz sind, aber auch in Form von fehlenden Pausen. Ein weiterer großer Frustfaktor ist die Technik. Hier können wir nicht alles beeinflussen, wie zum Beispiel schlechte Internetverbindungen. Was wir beeinflussen können, ist die Durchführung. Hier wurden als Beispiel fehlende Interaktion und lange Monologe genannt, oder aber auch, dass alle durcheinanderreden.

In der nächsten Runde reflektierten die Teilnehmenden sich selbst, indem sie konkret benannten, was sie selbst aktuell von den genannten Dingen schon tun. Ganz oben auf der Liste: Keine Pausen machen! Wenn wir Meeting an Meeting reihen, ist es kein Wunder, dass wir am Ende des Tages völlig ausgelaugt sind. Trotzdem tappen wir immer wieder in die Falle. Eine andere weitverbreitete Unsitte, bei der die Teilnehmenden sich selbst ertappten: Nebenher anderes machen. Schnell die Mails checken, zum Beispiel. Am besten noch mit ausgeschalteter Kamera, damit es niemand mitbekommt. Die Runde führte uns direkt vor Augen, wie viel von diesen kontraproduktiven Dingen wir selbst bewusst oder unbewusst tun. Was davon wir selbst beeinflussen können und wollen, zeigte uns die dritte Runde.

Hier warfen wir einen erneuten Blick auf die Punkte und fragten uns: Was davon wollen wir als Erstes stoppen? Die Teilnehmenden fanden schnell eine Reihe von unproduktiven Verhaltensweisen, die sie ändern wollten. Sie bekamen die Gelegenheit, wirklich konkret zu werden und sich auf das zu fokussieren, was sie selbst in der Hand haben. Ein paar Beispiele für das, was die Teilnehmenden stoppen wollten, um ihre Remote-Meetings angenehmer zu gestalten: Nebenher anderes machen, vorher keinen Technik-Check machen, zu wenig Pausen machen, die Kamera ausmachen, ohne Agenda und Ziel ins Meeting gehen. Bevor wir also neue Dinge anfangen, können wir uns auch einfach mal fragen, womit wir als Erstes aufhören können. Hier schlummert viel Potential!
 

Perspektive 3: Blick von außen

Zur Abrundung gab es bei der Structure "Troika Consulting" für die Teilnehmenden die Gelegenheit, in Dreiergruppen über ihre größte Herausforderung in Bezug auf Remote-Arbeit zu sprechen. Dabei bekamen sie beratende Ideen und Impulse von den anderen Gruppenmitgliedern. So konnten sie direkt für sich etwas mitnehmen, um ihre Herausforderung anzugehen. Genau wie auch schon beim Impromptu Networking blieben beim Troika Consulting die Ergebnisse in den Gruppen und wurden nicht dokumentiert. Und auch hier möchten wir euch gern einladen, eure größte Herausforderung in Bezug auf Remote-Arbeit mit uns zu teilen. Vielleicht finden sich noch andere, denen es ähnlich geht, und wiederum andere, die auch schon mögliche Lösungen haben.

 

Perspektive 4: Wir selbst & die Zukunft

Hinterher teilten alle in einer Mini-15% Solutions, was denn ihre 15 %, bzw. ihr erster und kleinster Schritt sein könnten, um ihre Herausforderungen anzugehen. Hier konnten die Teilnehmenden auch die Impulse aus dem Troika Consulting einfließen lassen. Dabei fanden sich vor Allem zwei Hauptaspekte: Zeit und Struktur. Die Teilnehmenden nahmen sich vor, Meeting-Regeln festzulegen, mehr zu fokussieren und Meetings besser vorzubereiten, auch, was die Technik angeht. Und sie möchten an einem besseren Zeitmanagement arbeiten. Was auch ein erster Schritt sein kann: " Mir Stress rausnehmen, indem ich mich daran erinnere, dass es den anderen auch oft so geht!" Also quasi erst einmal einen Schritt zurückgehen, bevor man weitere Schritte unternimmt. Oder wie es jemand anders aus der Runde formulierte: „Locker bleiben!“

 


 

Was nehmen wir also mit?

Die Teilnehmenden nahmen aus dem Workshop viele neue Tools und Erfahrungen mit, sowie konkrete Ideen, wie sie ihre Remote-Arbeit in Zukunft anders angehen können. Es gab viele Anregungen, so zum Beispiel auch die Idee eines Pausenbeauftragten in Meetings, den ein Teilnehmer aus eigener Erfahrung ins Spiel brachte. Ohnehin waren die meisten TeilnehmerInnen sich einig, dass vor allem das Thema Pausen immer wieder eine Rolle spielt und eigentlich einer der wichtigsten Faktoren bei der Remote-Arbeit ist. Ansonsten gingen die TeilnehmerInnen mit viel Mut zu Neuem aus dem Workshop und konnten direkt erleben, wie Liberating Structures zu mehr Verbundenheit führen können. Dazu kamen in kurzer Zeit jede Menge guter Ideen zusammen, von denen alle die für sich passenden rauspicken konnten. Doch nicht nur die Teilnehmenden haben im Workshop neue Perspektiven erhalten, sondern auch wir haben wieder einmal neue Blickwinkel und Ideen kennengelernt. Genau deshalb macht es uns so viel Spaß, und es wird bestimmt nicht das letzte Mal sein, dass wir bei Hamburg@work etwas zu Liberating Structures oder weiteren innovativen Ansätzen gemacht haben.