Startup-Boom in Afrika

Investitionen wurden im ersten Halbjahr 2018 vervierfacht

Europäer wissen meist wenig über die Startup-Szene auf dem afrikanischen Kontinent. Wirtschaftliche Erfolgsmeldungen sind in der Presse eher rar, liegt der Fokus doch meist auf Kriegen, Hungersnöten und Entwicklungshilfe. Dass Afrika aber in diesem Jahr einen Startup-Boom erlebt, weiß kaum jemand.

Im ersten Halbjahr 2018 wurde jungen afrikanischen Unternehmen so viel Geld zur Verfügung gestellt wie im gesamten vergangenen Jahr 2017. Gegenüber den ersten sechs Monaten des letzten Jahres konnte die Investitionssumme sogar vervierfacht werden. Laut Weetracker wurden von Januar bis Juni 2018 118 Deals mit einem Volumen von 168,6 Millionen US-Dollar vereinbart.

Am beliebtesten bei Investoren sind Fintechs, also Startups, die das Bezahlen und das Bankenwesen in Afrika vereinfachen wollen. Vier der zehn größten Deals mit einem Volumen von insgesamt 95 Millionen Dollar gab es für Projekte aus diesem Bereich.

Und der internationale VC Partech Ventures möchte 100 Millionen Euro über einen neuen Fonds investieren, ungefähr die Hälfte davon ist schon durch Unterstützer wie die Europäische Investitionsbank gesichert. Hier sollen ausschließlich afrikanische Frühphasen-Startups gefördert werden. 0,5 bis 5 Millionen sollen in jedes der Jungunternehmen fließen.

Auch Hamburg@work unterstützt diese Entwicklung und startete im Mai das Kooperations-Abkommen mit der Silicon Cape Initiative aus der Region Kapstadt/Westkap, dem südafrikanischen Pendant zu Hamburg@work. Gemeinsam planen wir Dialoge und Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aus Norddeutschland und der Kapregion. Erste Maßnahme wird eine „Learning Journey“ im November 2018 für Hamburger Unternehmen nach Kapstadt sein.