Die Digitalisierung betrifft jedes Unternehmen, da die digitale Transformation alle Wirtschaftssektoren durchzieht und Auswirkungen auf unsere gesamte Gesellschaft hat. Die Treiber dieses Veränderungsprozesses sind die digitalen Technologien, die sich immer schneller fortentwickeln und auch die Kundenerwartungen verändern. Insbesondere im Einzelhandel lässt sich diese Entwicklung anhand des rasant wachsenden E-Commerce (der Anteil der Online-Käufer in Deutschland ist von rund zehn Prozent im Jahr 2000 auf 67,6 Prozent im Jahr 2016 gestiegen, Quelle: Statista) und der Individualisierung der Produkte sehr gut nachvollziehen. Aber auch in Sachen Produktivität und Effizienz spielt die Digitalisierung der Wirtschaft eine bedeutende Rolle: um (inter)national wettbewerbsfähig sein zu können, müssen Unternehmen digitale Infrastrukturen und Anwendungen verwenden und neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsnetzwerke entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist der smartPORT in Hamburg, dessen innovative Infrastruktur mit intelligenter, cloud-basierter IT-Plattform übergreifend Verkehrswege, Verkehrsteilnehmer, Logistikzentren und Umschlagspunkte integriert. Ein wichtiger Schritt, damit der Hamburger Hafen im internationalen Wettbewerb auch künftig mithalten kann.



Diagonalisierung der Wirtschaft

Die ultimative Vernetzung und der sofortige und mobile Austausch von Daten ist das Prinzip der Digitalisierung. Für Unternehmen führt dies zum einen zur Verzahnung von Produktionsprozessen mit modernster Kommunikationstechnik. Zum anderen erfordert diese exponentielle Dynamik eine grundlegende Veränderung der industriellen Strukturen: Statt Silodenken in klassischen Clustern wird die Diagonalisierung des Wirtschaftslebens das Denken der Zukunft gestalten. Traditionelle Verticals wie die Automobilindustrie und Logistik oder auch Dienstleistungsbranchen wie Banken werden durch digitale Innovationen miteinander verbunden und schaffen so eine Vernetzung zwischen den Branchen, Industrien und Technologien. Auf diese Weise entstehen diagonal zu den Verticals und den Querschnittstechnologien neue Felder für Innovation, Geschäftsmodelle und Märkte. Die Folge ist ein Wandel der Wertschöpfungsketten, die über Unternehmens- und Ländergrenzen hinausgehen und wiederum neue Netzwerke von Wertschöpfungsketten schaffen.



Organisation von Prozessen

Im Digitalen Zeitalter müssen unternehmerische Prozesse genauso agil und flexibel sein wie die digitalen Technologien selbst. Durch den ständigen Fortschritt ändern sich auch die Anforderungen und Bedingungen stetig, also müssen Produktionsprozesse und Geschäftsmodelle entsprechend angepasst werden. Für die Bewältigung der exponentiellen Disruption und eine nachhaltige, zukunftsorientierte Entwicklung benötigt unsere Wirtschaft dezentrale, wandelbare Strukturen und eine Unternehmenskultur, die auf Kollaboration und Interdisziplinarität basiert.

Es genügt nicht, die bestehenden Systeme und Verfahren in kleinen Schritten anzupassen, wir müssen die Angst vor der Disruption überwinden und Neues denken. Die Zukunft gehört den vitalen, lernfähigen Unternehmen – wer träge und innovationsfeindlich wirtschaftet, kann die permanente Störung des Digitalen Wandels nicht verkraften. Betrachten wir Disruption hingegen als Anregung zur Veränderung, können wir leichter auf Krisen reagieren und uns selbst immer wieder neu erfinden.